Ausflug und Prüfungen

26 04 2008

Die letzten Tage waren hier ziemlich erlebnisreich. Letzte Woche Donnerstag und Freitag sind wir auf einer Zwei-Tagesfahrt in Linan gewesen. Organisiert wurde die Fahrt von der International School. Alles war sehr gut organisiert, aber bezüglich des Programmes auch ziemlich voll gepackt. Wir haben an beiden Tagen zusammen mindestens zehn Stunden im Bus bzw. in fünf Bussen verbracht. Insgesamt waren etwa 200 Studenten mit. Linan als Stadt war nichts besonderes. Die Orte um Linan, die wir besucht haben, waren jedoch recht schön.

Hochhäuser im Nirgendwo – Auf dem Weg nach Linan haben wir unzählige Hochhaussiedlungen gesehen, die sich entweder noch im Bau befanden oder die zwar bereits fertig, aber noch nicht bewohnt waren. Einige davon stehen einfach im nichts. Das einzige was sich in der Nähe befindet ist die Autobahn. (Foto von Nick)

Unser Boot – Rechts bin ich zu sehen.


Brücke auf eine Insel im See – Die Brücke hat so stark gewackelt, dass man sich beim hinübergehen festhalten musste.

Unsere Busse vom Hotelzimmer aus gefilmt. Der giftgrüne Bus war von einer anderen Reisegruppe. Man beachte die riesige, komische Leitung im Hintergrund.

Brücke im Bambuswald


Wasserfall im Bambuswald

Die Woche nach dem Ausflug war am Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag mit schriftlichen und mündlichen Prüfungen und einer Hörprüfung vollgepackt. Die Tage vor den Prüfungen haben wir bis sehr spät Abends in dem Architektur-Café an der Universität verbracht, um zu lernen. Es war gleichzeitig schön und anstrengend.

Koreanischer (Sprach-)Computer bei dem man chinesische Zeichen mit einem Stift auf den Bildschirm malen und diese übersetzen lassen kann.

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Olympiade und Politik

16 04 2008

So, nachdem ich jetzt schon ein paar Mal gefragt wurde, komme ich wohl nicht umhin Stellung zu nehmen:
1.) Eine politische Meinung möchte ich hier nicht kund tun. Unabhängig von meiner grundsätzlichen Vorsicht, habe ich das Blog nicht dafür vorgesehen, meine politischen Überzeugungen zu verbreiten. Ich will meine Meinung, wenn überhaupt, nur zu meinen unmittelbaren Erlebnissen äußern.
2.) Ich kann außerdem kaum neue sachliche Informationen geben, die in den deutschen Medien nicht bereits genannt wurden. Das liegt nicht nur an den Medien hier, sondern auch daran, dass ich die Medien und die Meinung der breiten Masse an Menschen hier kaum kenne. Das hört sich jetzt ignoranter an, als es in der Praxis ist.
Folglich konzentriere ich mich in meinem Blog lieber auf das „oberflächliche“ Alltagsleben und dessen Kuriositäten. Natürlich könnt Ihr auch gerne mit mir über politische Themen reden und diskutieren. Eure Meinung zu den Themen interessiert mich sehr, aber das kann man glaub ich besser und breiter über ICQ o.Ä. besprechen.





Karaoke

13 04 2008

In Shanghai gibt es sehr viele Karaoke Bars, wie scheinbar in großen Teilen Asiens. Die Qual der Wahl hat uns letztendlich in die Partyworld geführt. Das ist eine Kette, die in der Stadt drei Filialen hat. Ich weiss nicht, ob Asiaten im Durchschnitt besser singen können, aber dieses Mal war es auf jeden Fall so. Die zwei koreanischen Mädels und der koreanische Junge haben alle tolle Stimmen und sie konnten sowohl Schnulzen als auch witzige Lieder singen. Die Chinesen waren auch ziemlich gut. Leider konnten wir von Deutschland nicht den Eindruck einer großen Gesangsnation hinterlassen. Sehr passend finde ich den englischen Ausdruck: „It was not a contest … certainly not a close one.“

Unser Karaokeraum – Links war ein Bildschirm auf dem man die Liederliste editieren konnte. Es gab insbesondere chinesische und englische Lieder. Deutsch gab es leider nicht. Die Bedienung musste man per Knopfdruck heranrufen. Der Raum (ohne Getränke und Essen) hat pro Person 8 € gekostet, für mehr als vier Stunden. Länger musste aber wirklich nicht sein.

Die pompöse ‚Lobby‘ von Partyworld ähnelte eher einem Hotel.





星期日早上 – Sonntagmorgen

9 04 2008

Von Samstag auf Sonntag haben wir eine gemütliche koreanisch-chinesisch-deutsche Nacht in Nicks Wohnheimzimmer verbracht. Auf dem Weg nach Hause am Sonntagmorgen gab es einige interessante Dinge zu sehen. Der Heping Park bei uns in der Nähe war voll mit Leuten, die Karten, chinesisches Schach oder Musik gespielt haben oder einfach nur spazieren waren. Eine Menge an mittelalten Menschen haben sich auf einem Platz in Taichi geübt. Außerdem war der Park voll mit Käfigen der gleichen Art an Singvögeln. Die ‚Herrchen‘ hängen die Käfige ihrer Lieblinge für eine Weile in die Bäume, um sie dann später wieder mitzunehmen. Da die Käfige und die Vögel alle mehr als ähnlich aussehen, kommt es sicher nicht selten zu Verwechselungen.

Die Käfige der Singvögel sind ziemlich klein. (Dieses, wie auch das nächste (und einige andere nicht näher bezeichnete) Foto(s im Blog) sind wieder einmal von Dominik. Um zu sehen welche Fotos alle von ihm sind, könnt Ihr einfach auf den Flickr-Link der Bilder klicken.)

Die Straßen nach dem Park waren, wie der Park selbst, sehr geschäftig und haben uns zu einem Hinterhofmarkt geführt. Es gab dort sehr viele Fleisch-, Fisch-, Meeresfruchtsorten und auch viele lebendige Tiere zu kaufen. Wie so oft, gab es auch hier nahezu keine Kühlung der Produkte und der Anblick und die Gerüche waren ziemlich gewöhnungsbedürftig. Dennoch, finde ich solche Märkte immer sehr faszinierend. Es verwundert jedoch kaum, dass auf diese Weise neue, ausgefallene Krankheiten entstehen. Sehr angenehm ist, dass hier einem niemand „Watch, Bag, DVD?!“ verkaufen will. Das ist der Vorteil von unserem Stadtteil und von all den Orten wo man nicht unbedingt mit Touristen rechnet und wo sich demnach auch keine „Touristenjäger“ aufhalten.
Recht hygienischer Marktstand mit Pilzen, Wurzeln u.a.





Koreaner und Japaner

4 04 2008

Endlich hab ich mal wieder Zeit etwas zu schreiben. Unsere Chinesischkenntnisse machen kleine Fortschritte! Unsere Kommilitonen aus Korea und Japan sprechen kaum oder nur sehr wenig Englisch, so dass wir uns mit ihnen tatsächlich besser in Chinesisch als in Englisch verständigen können. In gewisser Weise ist es angenehmer zu versuchen mit ihnen Chinesisch zu sprechen als mit den Chinesen selbst, da diese in etwa den gleichen Wortschatz haben wie wir. Die Koreaner und Japaner sind schon irgendwie faszinierend. Eine Koreanerin haben wir Kichererbse getauft. Es ist kaum vorzustellen wieviel Zeit es gekostet hat ihr diesen Begriff zu erklären. Mit Hilfe des Internets haben wir das dann aber doch geschafft. Unser gemeinsames Chinesisch reichte dafür noch längst nicht aus. Unsere Chinesischlehrer jagen uns derweil mit unmenschlicher Geschwindigkeit durch die Bücher. Wir lernen pro Woche mindestens 90 neue Zeichen. Jedenfalls sollen wir … Momentan ist es wegen dem Unialltag etwas schwieriger aus Hongkou, „meinem“ Stadtteil, herauszukommen. Aber Gottseidank ist jetzt ersteinmal wieder Wochenende. Eine Statue von Mao findet man auf jedem Universitätsgelände. Diese hier soll einmalig sein, da sie die rechte Hand ausstreckt und nicht umkippt. Das haben die anderen Universitäten wohl nicht geschafft. Rechts sieht man natürlich die chinesische Flagge.

In meinem zweiten Eintrag habe ich geschrieben, dass ich nicht nur die Glamourseite von Shanghai bzw. China zeigen will. Ich hab aber festgestellt, dass es schwierig für mich ist, von den einfachen Vierteln und den Menschen dort Bilder zu machen. Ich möchte nicht, dass das auf die Leute dort wie eine Art Elendstourismus wirkt. Naja, ein paar Bilder krieg ich wohl noch hin.

Die Straßen haben mindestens genau so viel Charme wie sie schmutzig sind. Fraglich, wie lange es sie noch geben wird. In Shanghai gibt es davon nicht mehr viele. Fernab der aufstrebenden Städte leben jedoch die meisten Menschen unter ähnlichen Umständen.